KISS-Film: In diesem Drehbuch spielt der Zufall die Hauptrolle

Es ist ein Experiment: Passanten in einem Quartier äussern ihre Gedanken zum Thema Nachbarschaftshilfe und zeigen sich bereit, spontan jemandem eine Stunde Zeit zu schenken. Der Film, der dabei entsteht, ist ein Geschenk der Stiftung Generationen-Dialog an die Organisation KISS Zeitvorsorge.

Stephan Hermann macht sich mit seiner Kamera auf den WegMit dem Auftrag in der Tasche, einen Kurzfilm über das KISS-Modell der organisierten Nachbarschaftshilfe zu drehen, richtet sich Stephan Hermann mit seiner Filmcrew von COUPDOEIL drei Tage lang im Quartiertreff der Berner Länggasse ein. Sie wagen ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Natürlich hätten sie bestehende Generationen-Tandems aus einer KISS-Genossenschaft filmen können oder Schauspieler engagieren, die ein paar Szenen gemäss Skript nachspielen. Doch die Auftraggeberin, die Stiftung Generationen-Dialog und der Verein KISS, waren von der Idee der Filmemacher angetan, den Zufall mitspielen zu lassen. Würden sich wildfremde Menschen überhaupt auf das Experiment einlassen?

 

Zeit finden und verschenken – nicht nur für die Kamera

Filmdreh "Zeit macht reich" bei bitterer KälteBitterkalt ist es, als die Filmcrew auf dem Vorplatz der Migros Stellung bezieht, um die Passanten zu den Themen «Zeit» und «Hilfe» zu befragen. Die Menschen eilen mit eingezogenem Kopf vorbei. Nur einer zeigt sich gesprächig und will dem Filmteam etwas verkaufen. So kommt an diesem ersten Morgen keine einzige brauchbare Szene zustande. Ernüchtert beschliessen die Kameramänner, den Standort zu wechseln.

Sie ziehen vor den Quartiertreff und haben hier tatsächlich mehr Glück: Bald bleiben die ersten Neugierigen stehen, interessieren sich was hier los sei, und stecken schon mitten im Gespräch: Was Zeit für sie bedeute? – Man könne nicht genug davon haben, Zeit sei kostbar oder auch: „ich habe so viel Zeit, dass ich nicht mehr weiss, was ich damit anfangen soll.“ – Was ist eigentlich einfacher, Hilfe geben oder Hilfe annehmen? Der Filmemacher Stephan Hermann ist beeindruckt, wie offen die Menschen von sich erzählen und wie tief manche sich in die Seele blicken lassen:

«Wenn man die direkte Begegnung wagt, dann passiert etwas. Dieser Aspekt lässt sich auch auf den KISS-Gedanken übertragen.»

main-image1Er fragt die Interviewpartner, ob sie bereit wären, mit jemandem eine Stunde Zeit zu verbringen, zu helfen oder Hilfe entgegenzunehmen und dabei gefilmt zu werden. Ein junger Mann meint, er könne vielleicht jemandem am Computer helfen. Später erscheint tatsächlich eine ältere Dame, die sich wünscht, dass ihr jemand zeigt, wie sie Bilder auf Ricardo hochladen kann. So entstehen in wenigen Stunden drei Tandems, die sich im Rahmen eines Filmdrehs spontan helfen und die gemachte Erfahrung teilen. Gut möglich, dass die geknüpften Beziehungen später weitergehen in diesem Mikrokosmos eines Wohnquartiers. Die Ricardo-Dame jedenfalls bietet sich ihrem Helfer voller Freude gleich als Babysitterin an. Eine junge Frau, die hier geboren wurde, lernt von ihrem älteren Begleiter bei einem Spaziergang, wie das Quartier früher ausgesehen hat. Beim dritten Tandem wiederum stellt sich heraus, dass die beiden sich vom letzten Quartierfest bereits kennen und damals zusammen das Tanzbein geschwungen haben. Für die Kamera tanzen die beiden nochmals zu südamerikanischen Rhythmen und zeigen, wie das Miteinander Lebensfreude weckt.

Der Film: «Schenke Zeit. Werde Reich.»

Und dies ist der entstandene Film. Unser Ziel ist es, KISS schweizweit bekannt zu machen und Gründungen anzuregen. So ermöglichen wir immer mehr Menschen Zeit zu schenken, ein persönliches Zeitguthaben zu schaffen und im Bedarfsfall Hilfe aus der Gemeinschaft zu erhalten. Helfen Sie mit. Teilen Sie den Film mit Ihren Freunden oder werden Sie aktiv indem Sie einer KISS Genossenschaft beitreten, oder eine neue KISS Genossenschaft in Ihrer Gemeinde initiieren.



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