Aktiv bleiben – aus der Ruhe heraus
 

Aktiv bleiben – aus der Ruhe heraus

Zufriedenheit ist in der Lebensphase «Pensionierung» nicht selbstverständlich. Das Ehepaar Perucchi hat sich am Pensionierungsseminar der Stiftung Generationen-Dialog mit der neuen Situation auseinandergesetzt.

Max und Jeannette PerucchiAls Jeannette und Max Perucchi sich zum Pensionierungsseminar der AXA Stiftung Generationen-Dialog im Kloster Fischingen anmelden, ist Max bereits seit drei Jahren pensioniert. In einem halben Jahr wird auch seine Frau aus dem Berufsleben aussteigen. Der richtige Moment also, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie sie die nächsten Jahre gestalten wollen. Max hat sich in seinem neuen Leben schon gut eingerichtet. Er ist täglich unterwegs, trifft sich zum Sport, besucht Vorlesungen in Kunstgeschichte und packt an, wo immer Hilfe gebraucht wird. Für Jeannette hingegen ist erst eines klar: Sie will keinen Leistungsdruck mehr.

Neue Ziele setzen

Der Austausch mit Paaren in ähnlichen Situationen tut beiden gut. «Mit dem gewonnenen Freiraum kann ich das, was mich ausmacht, nochmals zur Geltung bringen – meine Begabungen, meine Interessen, meine Träume», sagt Seminarleiter und Psychologe Felix Kobelt. Er lässt deshalb alle Teilnehmenden persönliche Ziele formulieren. So entdeckt Jeannette, dass sie gerne ein Instrument lernen möchte. Sie schreibt die Ziele auf, in Form eines Briefes an sich selbst. Als drei Monate später Post ins Haus flattert, haben die Perucchis ihren Brief beinahe vergessen. Umso mehr freut sich Jeannette, dass sie auf Kurs ist. Sie nimmt jetzt Bluesharp-Unterricht und hat bei «Generationen im Klassenzimmer» eine erfüllende Aufgabe gefunden.

«In Pension gehen, bedeutet nicht einfach verlängerte Ferien. Vielmehr ist es ein Schritt, zum Lebensgestalter zu werden.»

Felix Kobelt, Seminarleiter und Psychologe

Sich nicht über Leistung definieren

Aus der Gelassenheit aktiv zu sein gelingt Max nicht immer: Dass es ihm schwerfällt, bei einer Tasse Kaffee auf dem Balkon zu sitzen und dies nicht als verlorene Zeit zu empfinden, erstaunt ihn selbst. Und auch, dass es ihm etwas ausmacht, im Freundeskreis nicht mehr von seinem Beruf erzählen zu können. Schliesslich war es ja sein Wunsch, sich vorzeitig pensionieren zu lassen. Im Laufe des Seminars wird beiden klar, wie wichtig es ist, jetzt in stabile Beziehungen zu investieren. Der Hinweis des Psychologen, das Beziehungsnetz würde sich mit der Pensionierung verändern, hat sich im Rückblick für Jeannette und Max bestätigt. Max ist diesbezüglich ein Licht aufgegangen: Menschen, die er neu kennenlernt, würden ihn nicht zu Hause besuchen, wenn er nicht mehr mobil wäre. Deshalb will er sich jetzt bewusst Zeit nehmen, um gute «alte» Bekanntschaften zu pflegen. Allein diese Erkenntnis war ihm die Teilnahme am Seminar wert.

 



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